März 2017: Trauriges

Foto:www.wirkraemers.de
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Liebe Freunde, Beter und Spender,
wir schreiben euch heute mit schwerem Herzen.
Am Dienstag den 28.02.2017 sind wir als Familie gut in Ndola, Sambia angekommen und haben damit begonnen uns wieder im Land zu orientieren. Bevor es weiter nach Kasama – unserem letzten Wohnort - gehen sollte, wollten wir noch mit dem Teamleiter der Mission und den Verantwortlichen der Kirche überlegen, wie wir unsere neue Aufgabe in der Hauptstadt Lusaka planen und angehen könnten.
Der Ausreise vorausgegangen war eine recht stressreiche Zeit, in der auch bei August wieder unklare Bauchschmerzen aufgetreten waren. Gemeinsam mit der Missionsleitung hatten wir deshalb noch einmal überlegt, ob wir die Ausreise vielleicht um einige Wochen verschieben sollten. Andererseits war uns bewusst, dass auch ein weiteres Warten für uns mit zusätzlichem Stress verbunden wäre. Miteinander haben wir dann entschieden, die Ausreise wie geplant anzugehen und zu sehen, wie sich die ersten Wochen und Monate gestalten. Sollte sich in dieser Zeit herausstellen, dass die Kinder oder wir selbst mit der Situation in Sambia gesundheitlich nicht zurechtkommen, dann wollten wir uns von Sambia und der Missionsarbeit dort verabschieden.
Leider, und für uns alle unerwartet, ist diese Entscheidung schon nach wenigen Tagen gefallen. Adam hatte am Donnerstag nach unserer Ankunft eine so starke Reaktion auf seine Malariaprophylaxe, dass wir um sein Leben bangen mussten. Das hat uns natürlich alle sehr erschüttert und wir haben daraufhin entschieden, in der kommenden Woche nach Deutschland zurückzukehren.
Wir sind froh über alle Unterstützung, die wir gerade vom Missionarsteam in Ndola und aus Deutschland erfahren. Trotzdem ist der Abschied für uns so, als ob etwas Wertvolles zerbrechen würde. Auch wenn wir mit manchen Sorgen wieder ausgereist sind, hatten wir uns doch gewünscht und dafür gebetet, in Sambia bleiben und den begonnenen Dienst wieder aufnehmen zu können. Dass Gott nun diese Ereignisse so zugelassen hat, können wir im Moment auch nicht verstehen.
Vielen Dank wenn ihr in dieser schwierigen Zeit mit den vielen offenen Fragen für uns betet..

Februar 2017: Ein neuer Rundbrief

Foto:www.wirkraemers.de
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Liebe Freunde, Beter und Spender,

hier der Link zu unserem neuen Rundbrief. Viel Spass beim Lesen.

Februar 2017: Einladung

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Liebe Freunde, Beter und Spender,

herzliche Einladung zum Dank- und Aussendungsgottesdienst. Der Gottesdienst findet am 11.02.2017 ab 16:00 Uhr im CVJM-Haus in Zwickau (www.cvjm- zwickau.de) statt. Die CVJM-Villa steht in der Walter-Rathenau- Str. 12 in 08058 Zwickau. Wir freuen uns auf euch. Eure fünf Krämers.

24.12.2016: Weihnachtsgeschenk

Juli 2016: Perfekt ist langweilig

Foto:www.wirkraemers.de
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Es geht der perfektionistischen Gesellschaft um die Beherrschung des Lebens. Auch uns betrifft das; wir wollen, wir sollen, wir müssen. Und wie oft sind wir ungnädig mit uns selbst, wenn wir etwas nicht erreichen. Diese Aufgabe, das Leben zu beherrschen, ist aber nicht unsere Aufgabe. Auch wir werden uns dessen immer wieder bewusst:

Wir wollen euch etwas Schönes Mitteilen: Unsere Familie wird sich Ende des Jahres um ein paar Babyfüßchen erweitern. Nach anfänglichen großen Sorgen, ein echtes Wunder. Leider bedarf es weiter medizinischer Betreuung, welche sich bis zum Ende der Schwangerschaft hinzieht und einen Verbleib in Deutschland voraussetzt.

Wir sind sehr dankbar für die bewahrten letzten Wochen, die Hilfen und Wohltaten von Euch. Für Blumen, Schokolade und jedes freundliche Nicken.

Natürlich ist diese ärztliche Anordnung für unsere Arbeit in Sambia nicht perfekt. Wir wollen doch, wir sollen doch . . . Aber diese Anordnung kam auch von jemand anderem. Von unserem Vater im Himmel, dem, der das Leben überhaupt schenkt.

Also sind wir gespannt was „ER“ bis Januar in Deutschland mit uns geplant hat. Unser Arbeitgeber, die Liebenzeller Mission ist sehr flexibel und Frank kann für die Zeit auf Leihbasis im CVJM Zwickau mitarbeiten.

Gerne könnt ihr uns treffen, uns einladen um etwas über uns und unsere Arbeit in Sambia zu erfahren. (Hauskreise, Gottesdienste, Kindergarten etc.)

Meldet euch am besten direkt bei Frank unter: 0179 - 222 68 56 oder schreibt ihm eine Mail, die täglich abgerufen wird unter: frank.kraemer@liebenzell.org

Bis dahin bleibt gesegnet und bitte betet weiter für unsere Nummer 3.


Mai 2016: Kurzes Update

Foto:www.wirkraemers.de
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jetzt ist es schon eine ganze Weile her, dass wir uns bei euch gemeldet haben. Bei uns geht es gerade etwas drunter und drüber und deswegen muss der Blog etwas warten.

 Jule und die Kids sind gerade in Deutschland um einige medizinische Angelegenheiten zu klären. Sie werden noch bis Ende Juni weg sein und dann hoffentlich wieder nach Sambia zurückkehren. Auch Frank war für zwei Wochen in Deutschland wegen einem Trauerfall und um Jule mit den Kindern zu unterstützen. Bitte denkt doch an uns im Gebet.

Danke an unsere Eltern und Freunde, sowie die LM und den CVJM und alle Unterstützer für eure Hilfe und euren Beistand.

Liebe Grüße aus Sambia und Deutschland.

 

Maerz 2016: Kindergottesdienst

Foto:pixabay
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In vielen Dörfern Sambias im Kindergottesdienst:

 

- schreibt der Lehrer in den Sand

- sind Trommeln die einzigen Musikinstrumente

- können die Kinder nach echt schwierigen Mustern klatschen (und freuen sich wenn    wir uns „verklatschen“)

- spenden die Kinder kein Geld sondern (wenn überhaupt möglich) Maiskörner

- kommen die Kinder barfuß

- tanzen sie immer, bei jedem Lied

- sitzen die sambischen Kinder unterm Baum auf Strohmatten und wenn es eine Holzbank gibt und du denkst, jetzt ist kein Platz mehr, dann kann sich die Anzahl der darauf sitzenden Kinder trotzdem noch vervierfachen

- sitzen Jungs und Mädchen ab ca. 8 Jahren getrennt

- läuft manchmal ein  Huhn, eine Ziege und auch mal ein Schwein durch die Gruppe

- wird die Kirchenglocke durch eine alte Rad-felge ersetzt

- hat kein Kind jemals ein Buch, geschweige denn ein Ausmalbuch besessen, oder mit Knete gespielt

- ist es die effektivste und anschaulichste Methode die Geschichten nachzuspielen („ du bist Jesus“ und „du der Esel“)

- hat nur der Lehrer „Material“, oder eine Bibel

 

Es gibt oft kein Material oder Platz um mit den Kindern Gottesdienst zu halten. Trotzdem kommen die Kinder gern.

Sie singen aus ganzem Herzen, lieben es Bibelverse und Geschichten zu lernen (richtig gelesen!), und folgen begierig den Ruf der Liebe Jesus.

Jule macht einmal im Monat Kindergottesdienst in der Stadtkirche. Ja es sind materiell reichere Kinder  als im Dorf und sie kommen mit Schuhen. Trotzdem ist so manches Ausschneiden eine Herausforderung auch noch für  12 Jährige. Aber Spaß macht es!



Die Heimat im Ausland

Foto:pixabay
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"Wir hatten einen super schönen Grillabend, mit deutschem Brot (so toll, wenn man immer nur Weißbrot, Weißbrot, Weißbrot bekommt), Salat (gibt es hier auch nie, und wenn dann nur mit Majo), Maiskolben, Ofenkartoffeln und vielem mehr. Ein absolutes Festmahl für uns."

"Am Samstag waren wir bei einer deutschen Familie hier in Kasama zum Kaffee eingeladen. Deutsch Sprechende, eine Waschmaschine und Bananenkuchen . . . so schön Erinnerungen an die Heimat."

"Dieses Wochenende war bis jetzt eins der besten! Freitag war ich bei einer, hier kennengelernten, deutschen Familie. Wir hatten alle einen gemütlichen Abend :-)"

"Weihnachts Brunch mit Nutella Bananen und ganz viel mehr - yummy ! Bei den Krämers :) Danke dafür !

"Vorgestern haben wir eine deutsche Familie besucht, die hier als Missionare arbeiten, wir haben zusammen Kuchen gegessen und uns viel unterhalten und Tipps bekommen."

 

 So schreiben die fünf deutschen FSJ’ler auf ihren Blogs.  Sie sind mit „Weltwärts“ für ein Jahr hier in Kasama, arbeiten alle in katholisch geführten sozialen Projekten und sind „local“ d.h. bei Einheimischen untergebracht.

Für uns sind sie ein Segen und wir freuen uns wenn sie auf einen Kaffee vorbei kommen, entspannen und erzählen. Auch unsere Kids freuen sich über „deutschen“ Besuch.

Bei jedem von uns kommt eine Art „Schock“ wenn man sich in einem ganz anderen Land und somit auch anderen Orientierungs-System wieder findet. Eine anerkannte Art um diesen Stress abzubauen ist: „Die Heimat im Ausland pflegen.“

D.h. praktisch: Waschmaschinenbenutzung, Salami auf den Tisch, Internetverbindung sicherstellen, direkt etwas sagen dürfen (ist in der sambischen Kultur sehr schwierig), manchmal gute deutsche Taschentücher austeilen, die nicht fusseln, wenn man sie wäscht, um Tränen zu trocknen und die ein oder andere medizinische Hilfe anbieten.

Flora, Max, Julia, Pauline & Meret: Schön das Ihr da seid! Ihr macht das super und seid, auch wenn ihr es nicht immer seht, vielen eine großes Vorbild.

(es ist nämlich gar nicht so einfach, wenn man in einer Kultur als 18 Jährige/er etwas erreichen will, in der man immer noch einen Mädchen/Jungen - Status/Stempel hat) Also echt Respekt!

 


Anfang 2016: Wirtschaftliche Herausforderung

Foto:pixabay
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Aus westlicher Sicht ist Sambia ein reich gesegnetes Land. Es ist gibt jede Menge Platz, ein relativ erträgliches Klima, viele Bodenschätze und eine bemerkenswerte Menge an Wasser.

Und trotzdem kämpft dieses Land mit vielen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Als letztes Jahr im Sommer die Wasservorräte im Karibasee (einer der größten Stauseen weltweit) knapp wurden, musste die Stromproduktion am Kariba-Damm gedrosselt werden. Als Folge kam das wirtschaftliche Leben im Kupfergürtel (die großen Minen) weitgehend zum Erliegen und viele Geschäfte mussten eingestellt werden. Dazu kamen weltweit sinkende Rohstoffpreise (z.B. auch Kupfer) und ein starker Anstieg der Staatsschulden.

Der Kwacha (die sambische Landeswährung) verlor innerhalb von Wochen massiv an Wert. Als wir 2014 in das Land gekommen sind war 1 Euro = 7,8 Kwacha wert.  Zwischenzeitlich war 1€ = 14ZMW, mittlerweile hat er sich bei 1€= 12,5 ZMW eingependelt.

Für viele Sambier bedeutet das: steigende Preise von ausländischen Produkten und auch von täglichen Lebensmitteln, mindestens 8h Stromausfall pro Tag und mehr Arbeitslosigkeit durch die Stilllegung einiger Minen und deren Subunternehmen . Dieses Jahr wird nicht besser werden, da zusätzlich zu den bisherigen Problemen eine Dürre hervorgerufen durch den El-Nino Effekt in einigen Teilen des Landes kommt .


Erfrischen, schlürfen, zischen

Foto:pixabay
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Eines der beliebtesten und traditionellsten Getränke in Sambia ist Maheu, eine Art erfrischender Jogurt, der aus Maismehl gemacht wird. Der industriell fabrizierte Maheu ist süß, kommt in verschiedenen Aromen und Plastikflaschen, während die zu Hause hergestellten Drinks meist nicht aromatisiert und nur wenig gesüßt werden
Sambia braut auch ein eigenes Bier, das Mosi, ein 4%iges Lager, das man einfach überall kaufen kann.
In ländlichen Gebieten wird oft selbst gebraut.

Zu den beliebtesten alkoholischen Getränken der Einheimischen gehören auch Masese oder Ucwala, auch nach der größten Marke als Chibuku bekannt. Es handelt sich dabei um ein Gebräu aus Mais, Hirse und Maniok, das in seiner Konsistenz und seinem Geschmack an sauren Haferbrei erinnert.

Schließlich wäre noch Kachasu zu erwähnen, eine Spirituose, von der man lieber die Hände lassen sollte, denn die Sambier destillieren dafür alles, was ihnen vor die Nase kommt – von Batteriesäure bis Dünger.

Als Missionare haben wir in Sambia eine Vorbildfunktion und die Menschen beobachten genau wie wir uns verhalten. Nicht wenige orientieren sich an frommen Menschen und sehen auf ihren Lebenstil. Deswegen verzichten wir auf Alkohol.

Daheim bevorzugen wir selbstgemachten Maracuja-, Mango- oder Guavensaft, sonnengereift :-). Das Leitungswasser sollte man in Sambia generell nicht trinken, es sei denn, es wurde abgekocht. Wasser aus Flaschen bekommt man in allen größeren Dörfern, aber meist nicht in ländlichen Gegenden. Wir selbst haben einen Keramik Wasserfilter in der Küche stehen. Und man kann sagen, das fast jedes Dorf mittlerweile einen Brunnen hat. Trotzdem bricht jedes Jahr in der Regenzeit irgendwo im Land die Cholera aus. So wie letzte Woche in der Hauptstadt. Die grosse Frage dazu lautet: ist das Wasser sauber und wie ist das Abwassersystem?


24. Dezember 2015

Foto:pixabay@catkin
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November 2015

Foto:pixabay@jmalstrom
Foto:pixabay@jmalstrom

In den letzten Wochen dieses Jahres wollen wir eine Bestandsaufnahme unserer Gemeinden hier im Norden machen. Was wissen wir über die Gemeinden, was sind aktuelle Probleme, wie steht es um die Leiter, ist das Kirchengebäude baulich intakt? Was machen die Finanzen, gibt es eine Satzung, sind die Gemeindewahlen geregelt, welche wöchentlichen Angebote gibt es, wie steht die Gemeinde in der Lehre, wie und wann wird getauft, wer feiert wann das Abendmahl, usw.? Das sind eine Menge Fragen. Wir wollen schauen wo wir nächstes Jahr Schwerpunkte setzen müssen und wie wir die Arbeit angehen.

Im Oktober hatten wir nach unserer Evangelisation in Ngoma (siehe unten) die Oktoberkonferenz in Kasama. Alle Kirchen aus dem Bezirk waren eingeladen und ein Pastor aus Ndola kam als Gastredner. Das Thema war „Mission in unserer Kirche“. Es wurde viel Gutes gesagt und wie immer hoffen wir, dass einiges von dieser Saat auf guten Boden fällt und aufgeht.

Jetzt stehen die letzten Sitzungen für dieses Jahr an und wir schauen auf die Weihnachtszeit. Hier in Sambia beginnt wieder die Feldarbeit und nach den ersten Regenfällen werden die Felder bestellt und gepflanzt. Dementsprechend bleibt jetzt weniger Zeit für die Kirche und die Besucherzahlen im Gottesdienst gehen zurück. Jetzt wird sogar sonntags auf dem Feld gearbeitet. Durch die Regenzeit gestaltet es sich auch schwieriger die einzelnen Dörfer zu erreichen. Aber wir motivieren die Menschen auch in der Regenzeit an Jesus dranzubleiben und ihn nicht zu vergessen.   

November 2015: Besuch von den Eltern - ein Report - Jule's Mama schreibt:

Foto:pixabay@opencliparts
Foto:pixabay@opencliparts

„Na wie war' s?“ Diese Frage hörten wir in den letzten Tagen oft. Ja wie war's, das ist nicht leicht zu beantworten, denn viele Eindrücke und Erlebnisse müssen wir auch erst nochmals überdenken und verarbeiten. Auf alle Fälle war es heiß, interessant, erschreckend und für uns wunderbar stressfrei.

 

Heiß, weil wir uns freuten, wenn die Temperaturen in der Nacht mal unter 30 °C fielen.

Interessant, weil wir die Möglichkeiten hatten, in die uns fremde Kultur einzutauchen und mittendrin zu stehen - wir konnten oft hinter die Kulissen schauen und ganz normal mit leben. Das war spannend!

Erschreckend, weil wir zwar mit  Armut schon gerechnet hatten, aber nie und nimmer ahnten, wie viele der Menschen in so bitterer Armut leben. Es erschütterte uns sehr, dass Millionen Menschen in primitiven Hütten ohne Elektrizität, ohne Wasser, ohne Möbel leben, mit einer völlig unzureichenden Gesundheitsversorgung, ohne Chance auf angemessene  Bildung … und vor allem ohne Hoffnung, dass es besser werden könnte. Viele erhoffen sich ein besseres Leben in der Stadt und enden dort meist in den tristen Townships.

Stressfrei, weil wir es natürlich genossen vom hektischen Alltagsgeschehen weit entfernt zu sein  und die Uhren in Afrika nun doch einfach langsamer ticken. Warten ist ein Muss und alle Einheimischen beherrschen es mit Bravour. Für alle Europäer, die vor Ort leben und arbeiten allerdings eine enorme Herausforderung! Der Gottesdienst beginnt vielleicht 9.00 Uhr oder 11.00Uhr – na ja, wenn alle da sind! Fairerweise müssen wir aber die extrem  heißen Temperaturen mit bedenken, da wird man zur Entschleunigung regelrecht gezwungen. Wir haben uns zwischen 10.00 und 17.00 Uhr auch nur die allernotwendigsten Bewegungen zugemutet! Bei  dieser Hitze wurden jedoch von vielen die trockenen und harten Felder mit einer kleinen Hacke für die neue anstehende Saat vorbereitet! Auch die vielen Marktfrauen standen von früh bis abends in der heißen Sonne, um ihr Gemüse zu verkaufen. Respekt!

 

Was fiel uns noch besonders auf?

Es herrscht Stromknappheit. In der Hauptstadt Lusaka zum Beispiel wird der Strom täglich mindestens für acht Stunden abgestellt. Stromausfall ist normal.

Frauen, die etwas Geld haben, tragen Kunsthaarperücken (leider)

Nach einer verregneten  Nacht  fielen die Temperaturen auf 22 °C. In Augusts Schule trugen  dann viele Kinder an diesem Morgen warme Jacken und einer sogar Handschuhe.  

Juliane hat, wie man es von Weißen erwartet bzw. verlangt, eine Haushaltshilfe für ein paar Stunden in der Woche angestellt. Diese ist sehr stolz auf ihre Arbeit und ernährt davon ihre Familie. Sie hatte Geburtstag. Wir gratulierten ihr und überreichten ein Geschenk  Sie selbst hatte bis dahin jedoch ihren Geburtstag regelrecht vergessen. Kein Wunder, denn Feiern kann man sich sowieso nicht leisten.

Wir besuchten ein Krankenhaus nördlich von Kasama. Viele Kranke und werdende Mütter kommen von weit her. Es gab auch einem kleinen Operationssaal – aber keinen Arzt! Also wird nicht operiert!

Ich besuchte  mehrere Tage mit August zusammen seine Vorschule. Erstaunt und verwundert sah ich, dass man nicht mit den Kindern spielt. Es wird auf Kopierblättern geschrieben (jeder hat 3-4 Buntstifte, den einzigen funktionsfähigen Spitzer teilen sich mehrere Gruppen), im Chor zusammen die Buchstaben gelesen oder auf der Matte im Schneidersitz gewartet bis alle Kinder fertig sind. Die restliche Zeit wird draußen im „Garten“ rumgerannt. Alle Kinder sind äußerst diszipliniert. Mit dieser Lehrmethode wird wohl kaum kausales Denken oder Kombinationsfähigkeiten entwickelt.

Annie ist mit Leib und Seele Puppenmutti. Schon vor dem Frühstück waren alle Puppen krank und mussten verarztet werden. Die Krankheiten waren für mich nur etwas Besonderes, sie hatten entweder Malaria, Würmer oder FlöheJ.

Jule und Frank sind schon kleine Profis im Umgang mit den Menschen. Liebevoll und respektvoll begegnen beide den hilfsbedürftigen Menschen, auch wenn das nicht immer leicht ist; denn für vieles haben wir mit unserem Wissen und unseren kulturellen Werten  und Traditionen wenig Verständnis und begreifen es schwer.

Uns ist wieder dankbar bewusst geworden, zu welch minikleinem Teil der Menschheit wir auf dieser unserer Erde gehören, der in so einem großen Reichtum leben darf. Unser Jammern liegt auf einem sehr hohen Niveau, viele Menschen beneiden uns um manche unserer Sorgen.